Jugendgewalt - Eltern können reagieren!

Der diesjährige Elternevent vom Donnerstag 28. April 2011 fand zum Thema „Jugendgewalt – Eltern können reagieren“ statt. Ziel war es die anwesenden Eltern und Lehrer/innen auf die verschiedenen Formen von Gewalt aufmerksam zu machen. Dabei sollten auch Methoden im Umgang mit Konflikten oder Gewaltsituationen vermittelt werden.

Unser Gast-Referent, Thomas Richter vom Schweizerischen Institut für Gewaltprävention (www.sig-online.ch), erläuterte während gut zwei Stunden Inhalte zum Thema Gewalt und Mobbing. Herr Richter unterscheidet drei verschiedene Arten von Gewalt:

  1. Es gibt die Gewalt gegen den Körper,
  2. gegen die Gefühle und die Gewalt
  3. gegen die Sachen anderer.

Mit Hilfe der Friedensbrücke können seiner Meinung nach Konflikte überwunden werden. Bei der Friedensbrücke schildern beide Parteien was aus ihrer Sicht geschehen ist, bevor sie ihren Wunsch, bezüglich des Konflikts erläutern. Anschliessend werden Lösungsvorschläge gemacht und wenn ein Lösungsvorschlag für beide Parteien in Ordnung ist, trifft man sich gewissermassen in der Mitte der Friedensbrücke.

In einem weiteren Teil wurde aufgezeigt, wie man reagieren kann, wenn man körperlich angegriffen wird. Zur Vorgehensweise, wie man sich bei einer körperlichen Attacke wehren kann, bezog sich Herr Richter aufs Notwehrrecht. Es gilt dabei, immer deeskalierend zu reagieren. Das heisst, bei einem Angriff, man läuft besser davon als selber zu schlagen. Wenn dies nicht möglich ist, versucht man den Angreifer so zu attackieren, dass es ihm Schmerzen bereitet, aber nicht ernsthaft verletzt (z. B. Tritt ins Schienbein).

Als weitere Form von Gewalt wurde das Thema Mobbing beleuchtet. Dabei erklärte er hauptsächlich die No-Blame-Approach Methode. Bei dieser Methode geht es darum, die Täter nicht direkt zu sanktionieren, sonder sie als Mitglieder einer Unterstützungsgruppe für das Opfer zu gewinnen.  

Nach dem Referat bestand die Möglichkeit, während des Apéros, direkt Fragen und Anliegen an Herr Richter zu stellen. Dies wurde auch von einigen der Gäste genutzt.

Aus unserer Sicht war der Elternevent ein voller Erfolg. Denn auch wenn nicht sehr viele Personen anwesend waren, wurden doch relevante Aspekte zu einem stets brisanten Thema angesprochen und die betroffenen Eltern und Lehrer/innen konnten davon profitieren.  

Jugendfachstelle Konolfingen i.V. Philippe Eggenschwiler

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Thomas Richter, Schweiz. Institut für Gewaltprävention

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